Benutzerdefinierte Suche

www.druckeronkel.de


www.druckeronkel.de verwendet Cookies.
Durch die Nutzung dieser Webseite erklaeren Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Weitere Infos zur Verwendung von Cookies erhalten Sie hier




Reanimation eines Tintendruckers mit Permanentdruckkopf

(13.5.2011)

 

Eines der größten Probleme bei Tintendruckern sind immer noch eingetrocknete Druckköpfe.

Während man bei Billigdruckern mit Einmaldruckköpfen bei eingetrockneten Düsen einfach eine neue Patrone kauft an der dann auch ein neuer Druckkopf montiert ist gibt es auch Geräte bei denen man den Druckkopf nicht mit jeder Patrone auswechselt.

Neben Druckern die mit semipermanenten Druckköpfen arbeiten (z.B. HP Officejet Pro-Serie) die einige Tausend Druckseiten halten aber ebenfalls als Verbrauchsmaterial ausgetauscht werden können gibt es auch Geräte mit Permanent-Druckköpfen (hauptsächlich Epson) die ein Geräteleben halten sollen, ein Austausch durch den Anwender ist nicht vorgesehen.

 

Dazwischen befindet sich dann noch Canon mit seinen Pixma-Geräten, deren Druckköpfe sind eigentlich Permanent-Druckköpfe weil sie ein Druckerleben lang halten sollen, trotzdem kann man die Druckköpfe selbst auswechseln, erhält die Druckköpfe aber nicht als Verbrauchsmaterial sondern nur als Ersatzteil. Aufgrund des Preises der Druckköpfe und der Gerätepreise rentiert sich der Druckkopftausch aber meistens nicht.

 

Da man an die Düsen bei Geräten mit Permanentdruckköpfen nicht so einfach herankommt habe ich hier eine kleine Anleitung verfasst.

 

Der hier im Workshop verwendete DCP-130 von Brother verwendet einen Permanent-Druckkopf.

Der Druckkopf ist fest im Gerät montiert, ein Herausnehmen oder gar Austausch durch den Benutzer ist nicht vorgesehen. Ist der Druckkopf verstopft, dann ist der Drucker normalerweise für den Schrott.

 

Eigentlich - denn man kann in vielen Fällen mit etwas Wissen und dieser Anleitung den Druckkopf durchaus reanimieren!

 

Bei verstopften Düsen, egal ob durch schlechte Tinte oder Eintrocknung gibt es normalerweise keine Möglichkeit, die Düsen zu reinigen. Was die interne Reinigungsprozedur des Druckers nicht schafft führt in der Regel zum Totalschaden.

Und das ist schade, denn oft kann man die Geräte ganz einfach wieder reaktivieren.

Man muss nur wissen wie - und das möchte ich hier zeigen...

 

 

Drucker defekt?

Bild: Papierstau wegen ungeeignetem Papier
Bild: Papierstau wegen ungeeignetem Papier
Bild: Papierstau wegen ungeeignetem Papier
Bild: Papierstau wegen ungeeignetem Papier
Bild: Papierstau wegen ungeeignetem Papier
Bild: Papierstau wegen ungeeignetem Papier

Immer wieder gelange ich in den Besitz von Druckern die angeblich defekt sind.

Meistens sind die Geräte soweit funktionsuntüchtig, daß eine kommerzielle Reinigung oder Reparatur nicht mehr wirtschaftlich ist, d.h. wenn ich die Geräte für die Kunden instandsetze und eine Stunde Arbeitszeit berechnet ist ein Neugerät meistens wirtschaftlicher. Oft sind die Drucker aber auch schon älter und die Leute wollen sowieso was neues. Dann steht wieder ein Altgerät zum Experimentieren an.

Für Hobbybastler bei denen die Arbeitszeit Freizeit und damit kein Kostenfaktor ist sieht die Sache natürlich anders aus.

Wer sich zutraut, seinen Drucker selbst zu überprüfen und zu reinigen kann das mit Hilfe der Tipps und Tricks auf meiner Webseite problemlos tun. Man muss sich nur trauen!

Was sowieso kaputt ist kann man nicht mehr kaputt machen und wenn die Garantie abgelaufen ist lohnt sich bei Geräten unter 100,- Euro kein Service beim Händler oder Hersteller mehr.

 

Sicherheitshinweis und Haftungsausschluss

Bei Spannungsführenden Teilen muss man unbedingt aufpassen!

Nie am Gerät arbeiten wenn es eingesteckt ist. Netzspannungsführende Teile sind nur was für Fachleute!

 

Von aussen kann man normalerweise nicht an spannungsführende Teile des Druckers fassen, aber sobald man die Haube öffnet und vom Hersteller nicht vorgesehene Tätigkeiten am Gerät ausführt kann man durchaus mit den Fingern an freie Leiterbahnen gelangen!

Daher vor Öffnen des Gehäuses immer den Stecker ziehen - und zur Sicherheit immer am Gerät oder auf beiden Seiten (Steckdose und Gerät) - zumindest bei mir gibt es zig Mehrfachsteckdosen und verwechselbare Kabel, da steckt man dann schon mal das falsche Gerät aus wenn man nicht aufpasst.

 

Normalerweise sind die Netzspannungführenden Teile (Netzteil) nochmal gekapselt oder besonders abgetrennt, bei der hier gezeigten Reinigung wird das Gehäuse auch garnicht geöffnet, es kann also eigentlich nichts passieren.

Trotzdem muss man aufpassen - und wer diesen Workshop als Grundlage nimmt sollte wissen was er tut - Garantie und Haftung übernehme ich weder für Schäden am Gerät noch für Personenschäden oder sonstige Dinge.

Nachmachen auf eigene Gefahr!

 

 

Mein Versuchsobjekt

Mein Vorführgerät ist ein Brother DCP-130C. Ein Multifunktionsgerät der Sub-100-Euro-Klasse.

Eine Reparatur beim Händler oder Hersteller ist nicht wirtschaftlich und vermutlich teurer als ein Neugerät, ausserdem ist die Technik mittlerweile veraltet. Trotzdem konnte ich micht dazu durchringen, das Gerät einfach so in den Elektroschrott zu tun. Irgendjemand wird sich vielleicht noch über den Drucker freuen!?!

Dazu müsste es allerdings erst wieder funktionieren.

 

Zum Experimentieren und Basteln ist der Drucker gerade recht.

 

Das Gerät habe ich bei einem Kunden mitgenommen bei dem es mindestens 1 Jahr unbenutzt herumstand.

Er wollte ein neues Gerät und ich sollte das alte entsorgen. Problem war angeblich Papierstau und keinerlei Farbauftrag beim Druck.

Ich habe das Gerät ohne Überprüfung mitgenommen und seither stand es auch bei mir ca. 1 Jahr im Keller.

Also mindestens 2 Jahre unbenutzt - für Tintendrucker bedeutet das: garantiert eingetrocknet.

Erste Tests

Als erstes habe ich das Gerät auf meinem Basteltisch aufgebaut und eingesteckt.

Fehlermeldung: Patronen fehlen.

Im Gerät befanden sich allerdings 4 Original Brother LC-1000 Tintenpatronen.

 

Ich habe in neue Patronen investiert, allerdings kompatible, und das Gerät mit 4 neuen Patronen bestückt.

Dabei muss man aber auf jeden Fall Patronen verwenden von denen man weiss daß sie funktionieren - es gibt leider viel Müll am Markt und einige Druckprobleme kommen erst durch minderwertige Patronen. Original-Patronen wären natürlich optimal, für Versuche an nichtfunktionierdenden Geräten sind diese aber deutlich zu teuer.

 

Als nächstes gab es einen Papierstau.

Beim Öffnen des Papierfaches habe ich dann ein Stück A4 kariertes Papier herausgezogen.

Aber hallo - eine 500Blatt-Packung Druckerpapier ist für 5,- Euro zu haben, wer nimmt denn da kariertes Papier von einem Block - dazu noch gelocht und mit anhängenden Resten des Block-Klebers!?!

Wer so spart zahlt irgendwann drauf - der Kleber kann den Druckkopf zerstören und an den Lochungen bleibt der Kopf sicher auch irgendwann hängen, so wie hier.

 

Auch sollte man auf keinen Fall bereits bedrucktes Papier noch einmal in den Drucker legen.

Dabei spart man nichts was man nicht irgendwann teuer nachzahlen muss!

(ausgenommen manueller Duplex-Druck wenn der Drucker das zulässt und das Papier geeignet ist)

 

So, also 4 neue Patronen eingesetzt, anständiges Papier eingelegt und Testseite gedruckt...

Es kam ein leeres Blatt aus dem Drucker - keine einzige Düse hat mehr funktioniert.

 

Düsenreinigung

Kein einziger Punkt beim Druck einer Seite - ob da überhaupt noch was zu machen ist?

 

Bei Druckern mit Permanent-Druckköpfen kann man die Druckköpfe leider nicht einfach herausnehmen und in ein Düsenbad stellen (siehe Reinigungs-Seite).

Um dennoch an die Düsen zu gelangen muss man etwas tricksen:

Man schaltet den Drucker ein und wartet bis er den Druckkopf bewegt (das hört man normalerweise). Dann zieht man einfach den Stecker und der Druckkopf bleibt irgendwo stehen.

Alternativ kann man auch einen Patronenwechsel initiieren wenn der Drucker seine Patronen auf dem Druckkopfschlitten mitführt. Beim vorliegenden Brother-Gerät funktioniert das aber leider nicht da die Patronen getrennt vom Druckkopf eingebaut sind.

Intakte Drucker sollte man übrigens nicht länger mit frei hängendem Druckkopf herumstehen lassen, denn ohne Abdichtung trocknen die Düsen sehr schnell aus.

 

Jetzt kann man den Deckel des Druckers öffnen und den Druckkopf vorsichtig hin und her schieben, das sollte normalerweise sehr leicht gehen. Auf keinen Fall Gewalt anwenden.

Als nächstes habe ich ein Küchentuch mehrfach gefaltet, so daß es gerade noch unter den Druckkopf passt (siehe Bild).

Hier muss man ein bisschen probieren, das Tuch soll frei unter den Druckkopf passen und muss so weich wie möglich sein, damit es den Druckkopf nicht beschädigt.

Den Druckkopf schiebt man dann etwa mittig über das Küchentuch.

Jetzt nimmt man eine Spritze mit Düsenreiniger und tränkt das Küchentuch von beiden Seiten. Ich habe aus Faulheit direkt aus der Flasche Reiniger auf das Tuch gekippt (siehe Bild)- bitte nicht nachmachen, nur wenn man genau weiss was man macht und wieviel man braucht.

Nach dem Tränken des Tuches schiebt man den Druckkopf noch ein wenig hin und her, so daß er garantiert mit dem Düsenreiniger in Verbindung kommt, aber Achtung - das nasse Papiertuch reisst sehr schnell.

Der Düsenreiniger muss einige Zeit einwirken, dazu habe ich den Druckkopf einfach etwas nach rechts geschoben und dort festgeklemmt. Danach lässt man dem Gerät einfach 1-2 Stunden Zeit, öfters mal überprüfen nicht daß das Küchentuch austrocknet.

Das Küchentuch kann sich mit der Zeit mit Tinte vollsaugen, das ist kein schlechtes Zeichen, denn dann kommt noch Tinte durch die Düsen.

Nach einiger Zeit schiebt man den Druckkopf vorsichtig wieder in die Mitte und zieht das Papiertuch heraus.

Das ist in der Regel eine ziemliche Sauerei.

Anschliessend einfach einen Düsentest oder Testdruck starten.

Lassen sich jetzt schon Farben sehen, dann ist man auf einem guten Weg.

Meistens muss man bei total eingetrockneten Druckern den obigen Vorgang mehrfach wiederholen.

Wichtig dabei ist Geduld, denn die Reinigung kann durchaus Stunden dauern. Und immer aufpassen daß das Küchentuch nicht austrocknet.

Bei meinem Testgerät hat die Reinigung 3 Durchgänge mit jeweils 2-3 Stunden gedauert, siehe Bild der Küchentücher.

 

Bilder: Permanentdruckkopf mit Küchentüchern gereinigt
Bilder: Permanentdruckkopf mit Küchentüchern gereinigt
Bilder: Permanentdruckkopf mit Küchentüchern gereinigt
Bilder: Permanentdruckkopf mit Küchentüchern gereinigt
Bilder: Permanentdruckkopf mit Küchentüchern gereinigt
Bilder: Permanentdruckkopf mit Küchentüchern gereinigt

Wie neu

Die Reinigung des Druckers war erfolgreich - nach 3 Durchgängen druckt das Gerät wieder wie neu.

Im Bild mit den Düsentesten sieht man schön wie die Farben nach und nach wieder zunehmen.

Anfangs gab es überhaupt keinen Ausdruck, nach dem ersten Reinigungsdurchlauf war Schwarz und Magenta da, nach dem zweiten kam Cyan dazu, nur Gelb hat sich etwas hartnäckiger gezeigt, aber nach der 3. Reinigung waren alle Farben wieder da - und alle Düsen sind funktionsfähig.

 

Im rechten Bild eine Testkopie nach der ersten Reinigung (nur Magenta und Schwarz), auf der rechten Seite nach der 3. Reinigung.

Es kann sich also durchaus lohnen, wenn man etwas Zeit und Geduld investiert.

Nacheinander habe mit dieser Methode gleich 3 Brother-Geräte (MFC-460, MFC-465, DCP-130) wieder ans Laufen gebracht. Nach dem Erfolg mit dem ersten Gerät habe ich doch gleich noch die 2 anderen Maschinen aus dem Keller geholt und ausprobiert ob das auch mehr als einmal funktioniert.

Auch mit Geräten von Epson funktioniert die Methode wie ich bereits in einem früheren Beitrag geschrieben habe, damals ging es aber nur um die Reinigung an sich, nicht um die Reaktivierung.

Jetzt muss ich erst noch überlegen was ich mit den 3 Geräten mache, verschenken oder auf dem Flohmarkt verkaufen, rumstehen lassen ist nicht so toll, sonst trocknen die Drucker gleich wieder ein.

Bild: Drucker nach Reinigung wie neu
Bild: Drucker nach Reinigung wie neu
Bild: Drucker nach Reinigung wie neu
Bild: Drucker nach Reinigung wie neu
Bild: Drucker nach Reinigung wie neu
Bild: Drucker nach Reinigung wie neu

Update 15.6.2011

Kleines Update:

heute habe ich mit dieser Methode einen Brother MFC-6490CW reanimiert.

Das Gerät hat kein Schwarz mehr gedruckt, im Düsentest war keine einzige Düse mehr vorhanden.

Die Reinigungsfunktion hat nichts gebracht. Nach der manuellen Reinigung druckt das Gerät wieder wie neu.

Es lohnt sich also bei vermeintlich defekten Geräten das einfach mal auszuprobieren.

 



Drucker , Decals , Impressum , Glossar, Quellen, Wetter