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Eufymake E1 – die Schrumpfung des UV-Drucks

Der Eufymake E1 ist der erste einer neuen Art – UV-Drucker für jeden?

Seit über 15 Jahren drucke ich mit Eco-Solvent- und UV-Maschinen.
Preislich lagen die Geräte bisher auf dem Niveau eines Kleinwagens – die Drucker-Einstiegsmodelle.
Nach oben gab es kaum Grenzen.
Natürlich sind das auch Profigeräte.
Direktdruck auf Platten in Quadratmeter-Format, Rollenmaschinen mit Breiten, die in Metern gemessen werden.
Aber auch für kleine Firmen – so wie mich – gab es Geräte:
Flachbett in A3 oder A2.
Rollengeräte bis 1m Breite.
Teuer waren die trotzdem.

Und diesen Geräte für die kleineren Gewerbebetriebe will Eufy jetzt Konkurrenz machen?
Geht das?

Nachdem die Kiste jetzt eine Zeit lang bei mir steht, bekommt Ihr meinen Bericht darüber.
Vorab: Ich habe das Gerät selbst gekauft, selbst bezahlt und bin in keinster Weise von Eufy beeinflusst worden.

Eufymake E1 – Kompakter UV-Drucker!

Vergleichen wir das Gerät mit einer Mimaki 3042 Druckmaschine, dann erkennen wir, dass das eigentlich gar nicht vergleichbar ist!
Die Auflösung ist ähnlich, beide Geräte arbeiten mit UV-Tinte und auf Material bis ungefähr A3.
Das wars aber auch schon.

Mimaki UV:

Meine Mimaki 3042 musste damals mit dem Gabelstapler durchs Fenster gehoben werden, weil sie nicht durch die Tür passte.
1m Breit und 1m Tief, Standardtüren gehen kaum über 80cm Breite.
Gewicht über 100kg, Extra Stangen, um das Ding mit 4 Personen anzuheben.
Dabei handelte es sich um das Einstiegsgerät bei den UV-Druckern!

Absolut industrietaugliche und massive Konstruktion.
Linearführungen, dicke Industriemotoren und gebaut für die Ewigkeit.
(Eigentlich, denn die von mir verwendete Tinte wird nach über 15 Jahren in 2028 eingestellt, mein Drucker ist nicht umrüstbar und wird damit Elektroschrott – aber wer nutzt so ein Gerät auch so lange? Üblich sind wohl 4-5 Jahre)
Die Haltbarkeit ist über jeden Zweifel erhaben.
Anfangs gingen recht schnell 2 Druckköpfe defekt, weil der Hersteller Plastik-Abstreifer verbaut hatte, anstatt Gummiabstreifer. Natürlich war das kein Produktfehler, die Köpfe durfte ich selbst zahlen.
Aus irgendeinem Grund wurde dann irgendwann (gegen Bezahlung) eine Umrüstung auf Gummiabstreifer angeboten – wieso auch immer, wenn es doch angeblich kein Produktfehler ist.
Jedenfalls war seither Ruhe, nur einmal noch, musste nach über 10 Jahren ein Druckkopf getauscht werden.
Dazu kam ein Motor und die übliche Wartung.
Mehr war nie.
Zuverlässigkeit und Robustheit der Kiste sind Klasse – der Mimaki-Drucker ist eine MASCHINE!
Die Standfläche ist deutlich größer, als das zu bedruckende Medium.
Die Maschine steht in jede Richtung deutlich über.
Platz gespart wurde hier nicht.
Der Preis?
Verhandlungssache, UVP (Nachfolgemodell) ist aktuell laut Google um die 25.000 Euro
Rechnet man die Wartung dazu, dann ist das auf 10 Jahre gerechnet jedes Jahr eine neue Eufy-Kiste.
Oder auf 5 Jahre gerechnet jedes Jahr 2 neue Eufy E1.
Dafür ist die Originaltinte erheblich günstiger.
Wer viel druckt, gewerblich und täglich, der kommt mit dieser Maschine auf lange Sicht günstiger.


Und jetzt Eufy:

Der Eufy E1 UV-Drucker kam per normalem Paketdienst.
Ich habe den Karton alleine ins Büro getragen, ausgepackt und aufgebaut.
Viel größer, als ein Desktopdrucker ist das Ding nicht.
Die Druckgröße wird erreicht, indem der Drucktisch von vorne nach hinten durch die Maschine fährt.
Ein kleiner Drucktisch für kleine Arbeiten ist auch dabei.
Theoretisch können sogar noch größere Objekte bedruckt werden, wenn der Platz ausreicht.
Die Druckfläche wird natürlich nicht größer, aber ein 1m-Brett, das in der Breite passt, kann bedruckt werden.
Nur zu schwer dürfen die Objekte nicht sein. Max 1.5kg ist zulässig. Die Mechanik ist deutlich einfacher, als bei der Mimaki.
Beim genannten Brett muss man dann natürlich aufpassen, dass nichts kippt.
Zur Not könnte man sich passende Rollenständer vor und hinter den Drucker stellen, wie sie beim Sägen auch verwendet werden.
Die Haltbarkeit des Gerätes muss sich erst noch erweisen, aber immerhin hat es Garantie.
Die 15 Jahre der Mimaki traue ich der Eufy-Kiste nicht wirklich zu, aber was solls.
Die E1 ist insgesamt billiger, als ein einzelner Druckkopf bei der Mimaki – und die hat 3 Stück verbaut!
Für den Einstieg ist der Eufy E1 klasse.
Für Kleinmengen ist die Eufy-Kiste ebenfalls viel besser, denn die Basisinvestition ist im Vergleich deutlich geringer.
Wir reden hier von Faktor 10!
Nur die Tinte, die ist erheblich teurer.
Aber wie lange benötigt man über die Tintenkosten, de Anschaffungspreis auszugleichen?
Servicekosten?
2 Jahre Garantie, Für den Druckkopf gibt es eine zukaufbare Versicherung und nach 2 Jahren stellt man sich halt eine neue Maschine hin.


Die wichtigste Frage – wie steht es um die Druckqualität?

Die Mimaki liefert absolut hochwertige und gleichbleibende Qualität.
An den Drucken ist fast nichts auszusetzen. Trotz nur 4 Farben (CMYK) sind die Drucke hervorragend, randscharf und immer auf höchstem Niveau. Dank 2 weiß-Kanälen ist auch der Druck auf dunklem Material keine wirkliche Herausforderung. Bei der Druckqualität spielt die Mimaki auch nach über 10 Jahren noch ganz vorne mit.
Klar, größere, teurere Maschinen mit moderneren Druckköpfen, mehr Farben, mehr geht immer.
Aber die Mimaki steht an der Grenze, ab der ein “mehr” meistens nicht mehr nötig ist.

Die Eufy E1 ist hier etwas durchwachsen und ich weiss noch nicht genau, woran das liegt.
Ist es die Software, oder die Hardware?
Ich hatte super gute Drucke, aber auch einigen Müll dabei.
Druckt man Bilder, Fotos und Grafiken, dann ist diese Maschine erstaunlich gut.
Fotoqualität mit UV-Tinte ist kein Problem.
Bei manchen Zeichnungen ist der Druck knackscharf, Buchstaben bis 2 Punkt Schriftgröße sind sauber lesbar.
Im Prinzip fast ebenbürdig zur Mimaki-Maschine.
Druckt man aber komplexe Vorlagen, dann kann man deutliche Unterschiede erkennen.
Schräge Linien sind zackig, Grafiken haben ausgefranste Ränder und die Drucke sind körnig.
Die Aussage gilt im direkten Vergleich. Für sich gestellt sind die Drucke durchaus gut.

Aktuell kann die Eufy E1 der 15 Jahre alten Mimaki hier noch nicht das Wasser reichen.

Allerdings gehe ich von einem Softwareproblem aus, denn manche Vorlagen sind deutlich besser, als andere.
Bei PDF gibt es beispielsweise einen bestätigten Bug:
Rein weißer Druck ist perfekt. Farben auch.
Vorlagen mit Weiß und Farbe bekommen aber um die weißen Objekte farbige Schatten – ein Bug in der Render-Software.


Im Foto: Bug in der Render-Software? An Rändern von Fotos und bei weißen Flächen druckt die Eufy-Kiste feine graue Linien. Da ist definitiv nichts in der Vorlage.
Der Fehler wurde bestätigt und soll wohl bald behoben werden.

Man stelle sich das mal vor:
bei den großen, teuren Druckmaschinen gab es nie irgendwelche Rückmeldung vom Hersteller.
Kommunikation war nur über den Händler möglich, trotz gewerblicher Anwendung.
Bei dieser kleinen Eufy-Kiste werden einfache Support-Anfragen von einfachen Anwendern direkt beim Hersteller bearbeitet, analysiert und in kürzester Zeit beantwortet.

Die Druckgeschwindigkeit

Schnell ist die Eufy E1 leider nicht, aber irgendwo muss der günstige Preis ja seinen Ursprung haben.
Mal eben 10 hochauflösende A4-Seiten, da ist die Eufy-Maschine gut einen Tag beschäftigt.
Wirklich – Eine Stunde pro A4-Bogen mit Weiß und Farbe, damit darf man schon rechnen.

Je nach Einstellung der Durchdurchgänge und Qualitätsanforderung, kann die Druckzeit schon mal in Stunden gerechnet werden.
Kleine Gadgets, wie Kühschrankmagnete, Badges, Stifte und andere Objekte im Direktdruck dagegen, das erledigt die Maschine in durchaus brauchbarer Zeit.
Für kleine Druckjobs ist die Maschine hervorragend geeignet.
Für größere Objekte, oder Serienfertigung sollte man dagegend einige Geduld mitbringen.

Daher ist die Eufy E1 eher für Kleinanwender und Maker geeignet.
Oder man arbeitet mit 10 Geräten parallel.
Damit wäre man dann auf dem Preis der obengenannten Mimaki und putzt diese auch Geschwindigkeitsmäßig weg – nicht bei einem einzelnen Druck, aber bei vielen parallelen Aufträgen.
Dazu hat man dann auch mehr Ausfallsicherheit, wenn ein Drucker ausfällt, hat man noch 9 andere.
Flexibilität sowieso.
Und man muss ja nicht gleich 10 Geräte nehmen. 2-3 für den Anfang? Immer noch einiges gespart.
Zudem kann jede Kiste dann etwas anderes machen: 3 Drucke auf Acrylplatten, 2 Drucke auf irgendwelche Holzkisten, ein Gerät druckt auf Stifte, das nächste auf Meterstäbe. Oder so ähnlich.
Unsere kleine Druckerfarm… 🙂
Es soll ja auch Leute geben, die mit 10 (oder mehr) 3D-Druckern in Serie arbeiten.

Neue Konkurrenz!

Da die Eufy-Kiste so günstig ist, können viele, die bisher bei Druckdienstleistern bestellt haben, das jetzt vielleicht selbst drucken.
Mir gefallen die Wasserschiebefolien aus der Mimaki-Maschine noch deutlich besser, aber wenn jemand so eine Eufy-Kiste anschafft, dann geht das natürlich auch. Vielleicht dann auch für andere?
Ein Eufy-Drucker nimmt dann gerne mal mehrere Kunden weg.
Wenn das dann noch Leute sind, die für Selbstkostenpreise drucken, privat, nebenher und unversteuert, da können einige Dienstleister nicht mehr mithalten.
Und was sollte irgendjemanden davon abhalten, seine Dienstleistungen dann billigst über eine der großen Plattformen anzubieten?
Selbst mit meiner Eufy-Kiste habe ich da keine Chance.
Ich mache das gewerblich, angemeldet, offiziell. Mit Rechnung und Abgaben für den Staat.
Gegen die 10 Hobbyanbieter, die das nebenher machen, kann man da keinen Stich machen.
Selbst wenn die irgendwann merken, dass sich das nicht lohnt, dann sind schon andere da, die das gleiche versuchen.
Irgendeiner macht es immer noch billiger.

Mal sehen, wie es weitergeht.
Spätestens, wenn XTool und die anderen angekündigten Anbieter auch auf den Markt kommen, wird das Angebot für UV-Drucker und UV-Drucksachen unübersichtlich.

Und was machen die etablierten Hersteller?

Die großen Hersteller scheinen noch nicht wirklich bemerkt zu haben, was da auf sie zukommt.
Klar, Großformat kann Eufy (noch) nicht, aber A3 ist für sehr viele bereits ausreichend.
Und bei vielen großen Geräten dürfte ein nicht unerheblicher Teil der Auslastung durch die Zusammenfassung kleinerer Jobs entstehen.
Dieser Teil der Arbeit könnte recht schnell wegbrechen.

Die Chinesen rollen den Markt der UV-Drucker auf.
Innovationen und Flexibilität, damit wird es einen Sturm im Markt geben.
Ähnlich wie Tesla die Automobilbranche aufgerüttelt hat, das Smartphone die alten Handyhersteller vom Markt gespült hat und die KI gerade diverse Branchen komplett verändert.
China-UV-Drucker gibt es schon seit vielen Jahren.
Bisher war das aber meist irgendwelcher Schrott, oder es waren Nischenanbieter.
Eufy hat dagegen die Anwender im Blick. Der E1 ist für “Jedermann und Jedefrau” konzipiert.
Anwendung wie ein Desktop-Drucker, nur eben mit Druck auf alles!

Coole Kiste!

Der Eufymake E1 kann im Prinzip alles, was die Mimaki macht, nur für 1/10 des Preises.
Allerdings deutlich langsamer!
Eine A4-Folie, die ich bisher in 10 Minuten bedrucke, schafft der E1 bei vergleichbarer Einstellung in ungefähr einer Stunde! Und irgendwie ist die Qualität dann doch noch etwas schlechter.
Aber nochmal: wir reden hier von 1/10 Anschaffungspreis.
Und die Kiste kann Sachen, die bieten die großen Hersteller garnicht an:
Ausrichtung per Foto.
Steuerung und Druck über das Handy.
Druck auf runde Objekte (Rotationseinheit) – wobei ich UV-Druck auf Gläser und Tassen kritisch sehe (UV-Druck im Lebensmittelbereich?? Nicht mein Ding!)
UV-DTF-Druck (benötigt einen zusätzlichen Laminator)
Später soll eine Rollenzuführung verfügbar sein.
Automatische Reinigung.
Und vieles mehr.
und sie hören den Anwendern zu!


Entwicklungsgeschwindigkeit

Meine großen Kisten waren jeweils viele Jahre auf dem Markt. Beständigkeit war wichtig. Weiterentwicklungen gab es kaum.
Bei den chinesischen Geräten ist das anders. Die knallen eine Innovation nach der anderen raus.
Was man beim E1 noch belächelt, kann dann vielleicht ein Jahr später der E2, vielleicht bringt XTool ein Gerät mit 2 Köpfen raus, das Metallic druckt, Leuchtfarben, oder sonst irgendwas besonderes? Da hier jeder immer schaut, was der andere macht, wird es dann bald 3,4, 5 solcher Geräte geben.
Highspeed? A2? Kommt alles.
Wenn man es verkaufen kann, dann gibt es auch eine chinesische Firma, die das anbietet.
Wenn es irgendwer anbietet, dann bald auch irgendein Chinese. Und das ist jetzt nicht abwertend gemeint.
Das Entwicklungstempo in Asien ist für Europäer einfach unfassbar.

Die Haken?

(Ja, DIE Haken, es gibt mehrere)
Betreiber herkömmlicher UV-Maschinen, die diese evtl. im Leasing stehen haben, die dürften im Laufe der Zeit ins Schwitzen kommen, denn da werden einige Aufträge wegbrechen.
Kann doch jetzt “jede kleine Frickelbude” für günstiges Geld einen UV-Drucker hinstellen.

Nicht für Privat empfohlen!

Eufy macht auf ihrer Webseite Werbung mit “Heimstudio, Garage, Kunstmarkt”. Fotos von Wohnzimmern, eine Grafikerin hat das Ding auf einem Tisch mit einer Tischdecke stehen.
Als ob man den Drucker wie eine Nähmaschine bei Bedarf aus der Ecke holen und im Wohnzimmer betreiben könnte.
Technisch stimmt das sogar, allerdings findet man einige Infos doch nur versteckt, wenn überhaupt:

Die Eufy-Tinten sind ziemlich teuer. Reinigung ist angeblich nicht nötig, das geht alles automatisch.
Dafür wird aber einige Tinte und viel Reinigungsmittel verbraucht.
Je weniger man druckt, desto mehr Tinte wird für die Reinigung benötigt.
Zwar kann man bei längerem Stillstand die Kiste in einen entspechenden Modus fahren, der Druckkopf wird dann in Reinigungsflüssigkeit “gelagert”, damit er nicht eintrocknet, das sollte man aber tunlichst nicht zu oft machen, dann sonst ist die Tinte Ruck Zuck leer.
Man muss gut überlegen, wie häufig man das Gerät nutzt und in welchen Abständen.
Besser längere Pause und dann viel auf einmal drucken, als immer mal wieder einen Druck zwischendurch.
Aber zuviel Pause auch wieder nicht, die Tinte hält nicht lange.

In den Werbefotos stehen die Geräte einfach so in Wohnräumen.
Das ist absolut NICHT empfehlenswert.
UV-Tinte stinkt nicht nur wie Sau, die Ausdünstungen sind sogar hochgiftig!
Nach der UV-Härtung gelten die Drucke als unbedenklich, aber flüssige UV-Tinte ist nicht harmlos.
In der Werbung steht das nirgends und die Sicherheitshinweise wird kaum jemand lesen.
Das ist höchst bedenklich!
Eigentlich sollten UV-Drucker nur mit Sicherheitseinweisung verwendet werden, das gilt auch für den Eufy E1

Ich habe einen Adapter erstellt und bei Makerworld zum freien Download hinterlegt:

https://makerworld.com/de/models/2548321-eufymake-e1-hose-connection-for-extraction#profileId-2806298

Der Betrieb ohne Absaugung und Filteranlage ist aus meiner Sicht auf keinen Fall empfehlenswert.
Das Gerät hat zwar einen kleinen Lüfter und einen Aktivkohlefilter, der reicht aber bei weitem nicht.
Wie auf meinem Foto zu sehen ist, habe ich einen Adapter für eine Absaugung gedruckt und an das Gerät angeschlossen.
Die Absaugung erfolgt über einen Industrie-Luftfilter, der ironischerweise mehr gekostet hat, als der Eufy-Drucker.

Der Eufy E1 im Hobbyraum, einfach so, wie in der Werbung?
Kann man machen, ich würde aber nochmal genauer nachdenken.




Das Foto zeigt die Eufy E1 UV-Tintenpatrone.
Liest das jemand? Beachtet das irgendwer?
Bei der angepeilten Zielgruppe wohl eher nicht.

Die Tintenkartuschen und Resttinten bei Roland, Mimaki & Co werden professionell entsorgt.

Wie sieht das bei Eufy aus?
Angeblich ist es ein geschlossenes System, aber darf der Resttintentank einfach in den Restmüll?


HIer gibt es ein wenig Aufklärung:
https://www.eufymake.com/eu-de/blogs/neuigkeiten/alles-ueber-eufymake-uv-tinte

Man fällt nicht gleich tot um, wenn man sich mit der Tinte versabbert, aber Haut- und Lungenkrebs in 10 Jahren wird dann kaum noch einer mit dem Hobbydrucker von damals in Verbindung bringen.

In einschlägigen Foren wird über die “teure Tinte” diskutiert und, wie man die Patronen anbohren und nachfüllen kann. Keine schöne Vorstellung, wie jemand in der Küche, vielleicht ohne Handschuhe, mit UV-Tinte rumpantscht.
Refill-Patronen als 3D-Druck sind auch schon im Web aufgetaucht. Die Leute schrecken vor nichts zurück.
Es muss nur billig sein.
Vielleicht funktioniert das ja auch alles, ich weiss es nicht.
Aber wenn ich die Sicherheitshinweise bei UV-Tinten anschaue, würde ich es besser nicht machen.

UV-Tinte hat übrigens eine sehr begrenze Haltbarkeit.
Maker, die das Ding alle 2 Wochen benutzen, werden also bald ein Problem mit abgelaufener Tinte bekommen.
Angeblich stellt die Kiste dann die Arbeit ein, bis neue Tinte eingesetzt wird.
Das kann unter Umständen auch teuer werden, wenn man nur 1/2 der Tinte verdruckt und dann neue benötigt.

Strukturdruck – cool und teuer!

Ja, das kann die Mimaki eigentlich auch, aber die Struktur muss man selbst anlegen. Mehrere Vorlagen übereinander, mit irgendeiner Software.
Strukturdruck habe ich schon gedruckt, also fette Linien, die fühlbare Effekte erzeugten.

Eufy geht hier aber deutlich weiter:
Mittels KI wird ein Höhenprofil generiert.
Das kann man in gewissen Grenzen anpassen und es passt meistens auch ganz gut.
Die Drucke werden damit schon sehr besonders.
Hier im Bild ein Kühlschrankmagnet mit 1mm Strukturhöhe. Ein absolut cooles Ergebnis.
Mit manuellen Höhenmasken kann man sogar gezielt eine eigene Struktur erzeugen.
Das macht richtig Spass – und geht ziemlich ins Geld!
Die Tintenpatronen des Eufy E1 sind recht klein und ziemlich teuer.
So ein Magnet mit 1mm Höhe geht noch, aber im Web gibt es Leute, die drucken A4-Schilder und wundern sich, dass nach 1-2 Drucksachen die Tinte leer ist.
OK, das kann man sich ausrechnen – Der Druck ist ein Volumen, bei einem A4-Schild mit 30x20cm und 3mm Höhe, da passt viel Tinte rein. Da kann so ein Schild schnell mal einige Euro kosten – und ewig dauern.
Aber wie gesagt – für so kleine Magnete, oder im Modellbau, da ist das extrem cool.

Der Magnet ist übrigens einfach ein 3D-Druck mit 2 Löchern für Neodym-Magnete auf der Rückseite.
Gedruckt in PETG, denn PLA funktioniert NICHT!
Warum?
Nun, die Härtung der UV-Tinte erzeugt viel Wärme.
Druckt man auf PLA, dann wird das Ding im Druck richtig heiß – und verformt sich.
Folge: Es wölbt sich und im schlimmsten Falle streift der Druckkopf.
Ergebnis: Fehldruck oder sogar ein Headcrash!
Also aufpassen. Einschichtige Drucke auf PLA funktionieren dagegen meistens.

Auto-Ausrichtung druckt doch daneben!

Ein cooles Feature: Der Drucker hat eine Kamera.
Per Foto richtet man die Objekte auf dem Druckbett aus, packt die Grafiken drauf und der Drucker macht den Rest.
In der Theorie!
In der Praxis handelt es sich um eine Weitwinkelkamera mit ordentlich Verzerrung.
In der Mitte passt es einigermassen, links und rechts im Druckbett liegt man gerne mal 1-2mm daneben.
Daher ist das mehr ein nettes Gimmick.
Ich nutze die Nullpunkt-Ausrichtung.
Da gibt es einen festen Nullpunkt und man muss die Objekte selbst ausrichten.
Mit etwas Übung funktioniert das ganz gut.
Etwas aufwändiger, aber deutlich zuverlässiger.

Für den Eufymake E1 habe ich diverse Druckgutaufnahmen erstellt, die sich allesamt bei makerworld kostenlos herunterladen lassen:

https://makerworld.com/de/models/2508756-eufymake-e1-universal-jig-universal-grid-pattern#profileId-2758672

Vielfältige Maschine

Die kleine Kiste ist ungeheuer vielfältig.

Als Ersatz für meine anderen Drucker taugt sie nicht, aber für Kleinanwender ist das Ding schon beeindruckend und als Ergänzung zum Werkzeug von Makern genial.
Die Enschränkung (Absaugung!! Giftige Tinte!! Kurze Haltbarkeit der Tinte! Teures Verbrauchsmaterial) muss man aber unbedingt in die Überlegung mit einbeziehen, sonst kann es schnell zu unliebsamen Überraschungen kommen.

Diese Grafik habe ich mir als Schild für die Haustür in A3 gedruckt und von derselben Vorlage kleine Kühlschrankmagnete.
Der Eufymake E1 ist da absolut flexibel.
Die Druckqualität ist für den Preis extrem gut.
Wie es mit der automatischen Reinigung aussieht, muss man schauen.
Es gibt Ersatzteile (Wiper, sogar Druckköpfe, etc.) und Verbrauchsmaterial, das noch nicht so ganz eindeutig im Fokus steht.
Irgendwann muss man da sicher auch manuell ran.
Meine Kiste funktioniert bisher aber ohne manuelle Reinigung.
Bisher sind 2 Tintenpatronen Weiß und Glossy leergedruckt. Das geht weg, wie nichts. Vor allem bei dickerem Druck, wenn man Struktur reinbringen will.
Die Reinigungskartusche ist auch bereits getauscht.
Die Normalfarben reichen dagegen sehr lange.

Software für Dummies?

Die Software ist ziemlich verspielt, seeeeehr langsam (auch auf einem sehr schnellen PC) und offensichtlich für Anfänger gedacht.
Alles auf Automatik, Speicherung in der Cloud und allgemein sehr begrenzt, was die Funktionen angeht.
Manuell einzustellen geht kaum etwas.
Aber immerhin sind die meisten benötigten Funktionen vorhanden und mit etwas Einarbeitung bekommt man recht brauchbare Ergebnisse hin.
Werbegadgets, wie Kugelschreiber und Münzen für Einkaufswagen, Badges und sonstiges Zeug bekommt auch ein Anwender ohne Druckerfahrung in kürzester Zeit in beeindruckender Qualität aus der Maschine.

Ein paar Einkaufswagenchips als Werbeträger?
Im 3D-Druck die Rohlinge erstellt und mit dem Eufy bedruckt – bittesehr!

Hier meine Druckgutaufnahme inclusive Münz-Rohlinge für die Chips:

https://makerworld.com/de/models/2518257-eufymake-e1-universal-jig-for-shopping-cart-tokens#profileId-2770170

UV-DTF

UV-DTF ist der Druck mit UV-Druckern auf Klebefolie.
Auf den Druck wird eine Übertragungsfolie auflaminiert.
Diese hält den Druck und verschmilzt mit dem Klebstoff in dem Bereich, der nicht bedruckt wurde.
Nach Abziehen einer Schutzfolie legt man den Druck auf das Zielobjekt und rubbelt es gut fest.
Danach wird die obere Übertragungsfolie abgezogen, der überschüssige Klebstoff bleibt daran haften und auf dem Zielobjekt bleibt nur der Druck. Damit kann man hochwertige, randlose Beschriftungen erzeugen.
Vor allem geht das sehr gut um Kanten und Wölbungen.
Der Druck ist hauchdünn, es wird ja nur die Farbe und der Kleber übertragen.
Im Gegensatz zu Wasserschiebefolien muss das allerdings beim ersten Versuch passen, eine Repositionierung ist nicht möglich.

UV-DTF gibt es natürlich auch bei Druckeronkel!

Fazit


Für größere Produktionen ist das Gerät nicht wirklich geeignet, weil viel zu langsam.
Mit Parallelbetrieb mehrerer Maschinen kann man das in Grenzen ausgleichen.

Bei der Haltbarkeit weiss ich nicht, das muss man sehen.
Es ist viel Plastik verbaut, aber das heisst erst einmal nicht viel.

Die ersten “normalen” Drucker waren auch massiv, heute sind die Kisten nur noch Plastik und halten trotzdem recht lang.

Die ersten Druckergebnisse waren recht überzeugend.

Für Maker ist das Gerät ein hervorragendes Tool.
Für den Preis ist das Ding eigentlich ein NoBrainer.

Die Folgekosten für Tinte und Zubehör sind aber nicht ohne.

Hier muss man genau rechnen, was teurer ist.
Das hängt extrem von der eigenen Anwendung ab:
Billige Drucker + teure Tinte ODER Teure Drucker + relativ günstige Tinte + teure Wartung und evtl. teure Reparaturen.
In welchem Umfang der Eufy E1 oder ähnliche Geräte herkömmliche UV-Drucker ersetzen können, muss man sehen.
Die angekündigte xTool-Kiste soll ja deutlich teurer sein, aber mit günstigerer Tinte und deutlich mehr auf Profis ausgerichtet. Da wird als von unten her einiges bei den etablierten Anbietern abgeknabbert.


Die Hersteller herkömmlicher UV-Geräte können sich jedenfalls warm anziehen.
Im Bereich bis A3 und bei allen Kleingewerben dürften die Kisten heftig Marktanteile abziehen.

Für 2 Jahreswartungen eines “normalen” UV-Druckers bekommt man hier ein Neugerät.
Der letzte Druckkopftausch an meiner Roland UV-Maschine hat 3500,- Euro gekostet.
Dafür bekomme ich so eine Eufy-Kiste mit jeder Menge Tinte und Garantie.

Ich mag zwar die Wegwerfmentalität nicht besonders, aber vermutlich wird das einiges am Markt verändern.
Größte Bedenken habe ich bei der Anwender-Gesundheit.
UV-Tinte ist kritisch in der Handhabung und sollte nur von Menschen verwendet werden, die verantwortungsvoll damit umgehen können. So etwas für Heimanwender zu bewerben, halte ich für bedenklich.

Eufy ist der erste, aber andere werden folgen.
XTool und 2-3 unbekanntere Firmen haben ähnliche Geräte angekündigt.
Es wird spannend.
Gut für die Anwender
Schlecht für die etablierten Hersteller.
Nicht so gut für die Anbieter von Druckerzeugnissen.
Da gehöre ich leider auch dazu. Das wird vermutlich einige Kunden abziehen, die dann selber drucken.
Allerdings gab es auch schon einige Rückmeldungen von Kunden, die Drucke von meinen etablierten Geräten bevorzugen.
Daher sehe ich die Kiste nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zum bisherigen Angebot.

UV-DTF, Direktdruck. Das ging mit der Mimaki zwar bisher auch schon, ich hatte es aber nicht angeboten, weil die Maschine mit UV-Drucken vollkommen ausgelastet ist und ich bei den teuren Druckköpfen keine Experimente machen wollte.
Mit diesen billigen Kisten kann man dagegen einiges ausprobieren. Da werden die Grenzen der Anwendung verschoben.

Kaufe Dir so ein Gerät, wenn Du bereit bist, Dich mit den Eigenheiten von UV-Tinte zu beschäftigen, eine Abluftanlage oder einen Filter zusätzlich zu kaufen und den Drucker auch regelmäßig nutzt.
Du wirst ein cooles Gerät bekommen, das viel Spass machen kann und viele tolle Drucke erzeugt.
Die Möglichkeiten sind extrem!

Kaufe Dir so ein Gerät NICHT, wenn die Haltbarkeit der Patronen von oft nur 6 Monaten für Dich ein Problem ist, wenn Du nur ab und zu druckst und wenn Du keinen extra Raum mit sehr guter Lüftung, Absaugung oder speziellen Filtern hast. Für Gelegenheitsanwender ist das Ding nicht geeignet, für Heimanwender auch nicht. Auf keinen Fall gehört so ein Drucker in eine 2-Zimmer-Wohnung neben das Bett, wie manche 3D-Drucker!



Direktdruck UV auf PETG-3D-Druck.
Container-Modell 1:24

Kauf bei Druckeronkel!

Ich verkaufe weder den Drucker, noch Tinten.

Wasserschiebefolien aus meinem Shop sind dagegen bestens für das Gerät geeignet!
Wer einfach mal Drucksachen möchte, ohne gleich so einen Drucker zu kaufen, der darf gerne bei mir bestellen:

UV-DTF, Direktdrucke, und vieles mehr.
Wasserschiebefolien drucke ich lieber mit meinen anderen Maschinen, das ist noch etwas besser, aber wer etwas aus dem Eufy will, darf sich gerne melden.

Warum ich über den Eufy schreibe, wo der doch mein eigenes Geschäft anbaggern kann?
Nun, wenn ich nichts schreibe, tun es 42 andere.
Also schreibe ich, denn bei Druckeronkel gibt es nicht nur die Decals, Wasserschiebefolien, Aufkleber, UV-DTF und mehr, sondern auch den Service und die Info.

Wenn Ihr bei mir kauft, kann ich noch mehr basteln, ausprobieren, testen und darüber schreiben.

4 Kommentare zu „Eufymake E1 – die Schrumpfung des UV-Drucks

  1. Super detaillierter Beitrag!
    Als Designer und Besitzer eines Schneideplotters, habe ich über die Anschaffung des Eufy UV Druckers nachgedacht. Dank dieses tollen Beitrags wurde mein Verdacht bestätigt, dass UV Druck stinkt und nicht gerade gesund ist. Also doch nicht. 😅

    Viele Grüße aus München
    Thomas

    1. Der Eufy-Drucker ist ein tolles Teil, man sollte sich aber der Eigenheiten bewußt sein, die so ein Teil mit sich bringt.
      – Ohne Absaugung / Filter würde ich den UV-Drucker nicht betreiben wollen.
      – Die Tinte ist ca. 6 Monate haltbar. Maximal 12 Monate.
      Man sollte also schon ab und zu was drucken.
      – Es wird viel Tinte zur Reinigung verbraucht.
      – Die Kiste ist sehr langsam.

      Andererseits hat man ein geniales Tool, das viele Maker-Arbeitsplätze deutlich aufwerten kann.

      Ich finde den Direktdruck genial, ausserdem nutze ich die Kiste für Experimente, die ich mit meiner Mimaki nicht machen wollte.
      Da wäre ein Schaden (Headcrash oder ähnliches) gleich deutlich teurer.

      im Vergleich zu einem “Profi”-Gerät für 20.000+ Euro dürfte die Kiste für viele Anwendungen eine sehr interessante Einstiegs-Alternative sein.
      Die 20.000+ Euro müssen ja auch erst erwirtschaftet werden.
      Beim Eufy ist die Investition überschaubar.
      Bei Bedarf stellt man mehrere hin, oder schaut, was xTool bald rausbringt, oder doch was von den etablierten Herstellern.

  2. Super Beitrag und sehr unabhängig.
    Nach dem bei mir bereits 3 (waren zum Boom mal mehr) 3D-Drucker, diverse Schneideplotter und auch ein CO2 Laser für den Modellbau rumstehen, welche auch alle nicht gerade billig waren, steht auch eine Eufy in meiner Werkstatt. Nicht im Büro oder Schlafzimmer, sondern Werkstatt mit Absaugung.
    Die Tinte stinkt “nachhaltig” und ich möchte nicht wissen, was die Frau sagt wenn das mal im Wohnzimmer läuft 😉
    Fakt aus meiner Sicht ist:
    Einer im z.B. Modellbauverein legt sich ein Gerät zu und der Verein mit 60 Mitglieder hat darauf Zugriff gegen geringe Gebühr und Tintenkosten, dann macht es durchaus Sinn. (So läuft es bei uns und funtioniert sehr gut). Auch für Makerlabs kann ich mir das Gerät sehr gut vorstellen.
    Für einen Hobbybastler alleine eher Fragwürdig, da man im Schnitt doch alle 2 bis 3 Tage das Gerät nutzen sollte.
    Ich/Wir bereuen es nicht, da das Gerät ausgelastet ist und für kleinauflagen SUPER ist.
    Es sollte wohl überlegt sein, dann erkennt man ob es Sinn macht oder man doch kleine Auftragsarbeiten vergibt.
    Grüße, Timo

    1. Hallo Timo,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und das Lob.

      Ja, Vereine oder Makerlab, da macht das Ding Sinn.
      Für Einzelpersonen eher nicht. Die Haltbarkeit der Tinten ist ja auch sehr begrenzt.
      Also entweder viel drucken, oder die einzelnen Drucke werden durch abgelaufene Tinte recht teuer.

      Bei Vereinen oder Gemeinschaften sollte immer einer die Hand drauf haben, denn zum “rumbasteln” taugen die Geräte nicht.
      Da geht die Maschine vermutlich sehr schnell kaputt.
      Also immer einen “Druckerbeauftragten” benennen, der sich um das Gerät kümmert.

      Das “Stinken” ist weniger ein Geruchsproblem, eher ein Gesundheitsproblem. UV-Tinte ist nicht ohne!

      Mit der richtigen Auslastung und dem richtigen Anwendungsgebiet ist die Kiste für den Preis aber super.

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