
Jeder Mensch hat eine Nase.
Jede Nase läuft irgendwann mal, tropft, sabbert. niest.
Dagegen nutzt man in unserem Kulturkreis Taschentücher.
Viele haben sicher so eine Taschentuchbox irgendwo herumstehen.
Die sind in der Regel aus Pappe und sehen mehr oder weniger unhübsch aus.
Also basteln wir uns einen Überzug – eine Taschentuchbox…

So eine Box ist keine Raketentechnik.
Ich habe eine Version im 3D-Druck erstellt.
Natürlich stelle ich die Druckdatei wieder kostenlos zur Verfügung: Jogis Taschentuchbox
Einfach herunterladen und drucken. Ich empfehle PETG.
Andere Filamente funktionieren natürlich auch.
Die Box ist sofort anwendungsfertig.
So ein blanker 3D-Druck sieht aber irgendwie langweilig aus, also müssen wir den noch aufmotzen.
Für Direktdruck ist das Objekt zu groß, also benötigen wir irgendeine Art Sticker.
Mögliche Druckarten:
Aufkleber, Sticker, Wasserschiebefolien, Rubon-Folien.
Im Prinzip geht alles. Die Oberfläche ist eben, das ist einfach zu bearbeiten.
Grundierung und Lack
Als Vorarbeit habe ich die Box dick mit Grundierung lackiert.
Das geht am besten aus der Sprühdose.
Die Marke ist egal. Ideal ist, wenn in den Bewertungen zum Produkt steht, dass die Farbe schon erfolgreich im 3D-Druck verwendet wurde.
Einfach in mehreren Schichten kreuz und quer drüber. Tropfnasen dabei möglichst vermeiden.
Trockenzeit einhalten!
Nach dem Trocknen wird dann nass mit 600er Schleifpapier alles glatt geschliffen.
Nass Schleifen bringt bessere Ergebnisse und weniger ungesunden Staub.
Bei dem Modell geht das auch relativ einfach, dauert halt ein bisschen.
Sobald die Oberfläche glatt genug ist, kann man zum nächsten Schritt übergehen.
Je nach Motiv lackiert man den Untergrund in der gewünschten Farbe.
Hier ist Airbrush empfehlenswert.
Pinsel oder Sprühdose geht natürlich auch, aber Airbrush bringt ein feineres Ergebnis.
Ich habe die Box erst in weiß lackiert und dann dünn mit Silber drüber.
Dabei den Untergrund bewusst fleckig lackiert, das soll ja später einen “used look” geben.
Das Ergebnis ist die Box im oberen Foto: glatte Oberfläche, leicht silbrig glänzend.
Beschriftung – Decals – Rubon – Aufkleber

Der nächste Schritt ist die Erstellung der Aufkleber.
Wie bereits geschrieben, kann man verschiedene Arten der Dekoration verwenden.
Wasserschiebefolien aus meinem Shop funktionieren sehr gut.
Ich habe mich hier für den Rubbelspass entschieden – Ultradünne Rubon-Aufkleber, bei denen nur der Druck übertragen wird, ohne irgendeine Trägerfolie.
Druckeronkels Rubbelspass ist natürlich auch für Kundenaufträge verfügbar.
Die Box ist ca. 12x12cm groß, für eine ganzseitige Beschriftung benötige ich daher 2x A4.
Die Sticker habe ich mit der automatischen Weiß-Grundierung gedruckt (ist beim Rubbelspass Standard).

Aufgeklebt
Nach dem Druck habe ich die Sticker randnah ausgeschnitten.
Aufreibe-Beschriftung hat eine durchgehende Klebeschicht. Um das gut verarbeiten zu können, sollte man einen großzügigen Rand um das Motiv lassen. Mit großzügig meine ich ausreichend Platz, um die Folie anzufassen.
Man sollte tunlichst nicht in die Klebefläche fassen.
Im Gegensatz zu Wasserschiebefolien, klebt der Rubbelspass bei Kontakt mit der Oberfläche sofort.
Man hat also nur einen Versuch. Repositionierung ist nicht möglich.
Wasserschiebefolien kann man noch verschieben und ausrichten, solang die Oberfläche feucht ist, Rubons kleben sofort!
Dafür wird bei den Rubons keine Folie übertragen, die Sticker sind viel dünner.
So gehts:
Schutzfolie auf der Klebeschicht abziehen
Genau zielen und positionieren – man hat nur einen Versuch!
Sticker auflegen, festdrücken und aufreiben.
Für das Aufreiben nimmt man ein sogenanntes Rakel, einen Löffel, ein passendes Plastikteil oder eben irgendwas anderes zum Aufrubbeln. Für die Feinarbeit empfehle ich ein Baumwolltuch. Zusammgengeknüllt ist es schön weich, aber fest genug, um sanften Druck auf die Oberfläche auszuüben.
Nach dem Rubbeln zieht man vorsichtig die Trägerfolie ab. Falls das nicht geht, nochmal rubbeln.
Die Trägerfolie sollte sich rückstandsfrei abziehen lassen.
Jetzt den Sticker nochmal mit dem Baumwolltuch vorsichtig festtupfen, nicht reiben! Besonders die Ecken nochmal andrücken.
Im Bild oben sieht man die aufgebrachten Rubon-Sticker.
Sieht doch schon ganz gut aus? Aber man sieht schon noch, dass das Plastik ist.
Finish – die Fertigstellung

Bevor man die Sticker aufbringt, sollte die Oberfläche wirklich 100% durchgetrocknet sein.
Ich war zu schnell und habe beim Abziehen der Schutzfolie Teile vom Lack wieder mit abgerissen.
Macht aber nichts, das verstärkt den “used look”.
Zuerst habe ich Klarlack aufgebracht, um die Sticker zu fixieren und zu schützen. Man weiss ja nie…
Danach mit Airbrush die Kanten nachgearbeitet.
Hier geht es wirklich um Feinarbeit und Airbrush ist erste Wahl für diese Anwendung.
Die Ränder schön schwarz einfärben, es muss nicht gleichmäßig sein, die Farbe soll ja abgeblättert aussehen. Es darf auch der silberne Untergrund durchscheinen (blankes Metall – Effekt).
Vor dem Trocknen kann man mit einem Baumwolltuch die Kanten abziehen. Dabei wird die schwarze Farbe abgerieben und das Silber kommt wieder zum Vorschein. Das verstärkt den Metall-Effekt.
Auch hier wieder: nicht gleichmäßig – ein bisschen Metalleffekt, ein bisschen Rost.
Einfach nach Gefühl und Gefallen.
Wenn alles fertig ist und gut gefällt, dann wird die gesamte Box noch einmal mit Klarlack überzogen.
Ich habe auch hier mit Airbrush gearbeitet, das gibt nicht so leicht Tropfnasen.
Sprühdosen sind doch ziemlich heftig.
Mir gefällt das Ergebnis.

2 Versionen der Taschentuchbox im Vergleich:
Links: Mit Lack in Edelstahl-Effekt lackiert – edel und für die Wohnung geeignet.
Rechts mit Druckeronkels Rubbelspass verziert. Auf alt und rostig getrimmt, wie aus einem Endzeit-Film.
Geeignete Materialien für die Verzierung:
Rubon-Folie, Wasserschiebefolie, Aufkleber.
Natürlich kann man auch Familienfotos, Fotos vom Haustier, Fantasiebilder und vieles mehr draufpacken.
Viel Spass!
und ganz wichtig:
Das kann alles auch direkt bei mir gekauft werden:
Taschentuchbox in PETG im 3D-Druck (Rohling, unbearbeitet): 10,- Euro
Sticker / Wasserschiebefolien / Aufkleber: siehe Druckservice, bzw. zum Selberdrucken im Shop.
Fertige Taschentuchbox im 3D-Druck + komplette Beschriftung: auf Anfrage
(Achtung – das ist Handarbeit und geht nach Aufwand!)
Versandkosten jeweils 6,- Euro
